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Vorwort

Die dritte Ausgabe der mateneen. Praxishefte Demokratische Schulkultur – Reihe setzt sich mit der Teilnahme von Schüler*innen am Unterricht auseinander. Nachdem das erste Heft den Fokus auf die demokratiepädagogische Schulentwicklung gelegt hatte und somit vor allem an Schulleitungen gerichtet war, stellte das zweite Heft mit dem Klassenrat eine konkrete Methode vor, um Partizipation auf Klassenebene zu gestalten. Das vorliegende Heft zeigt, wie jede*r Lehrer*in (egal in welchem Fachbereich) den Lernenden Mitgestaltungsmöglichkeiten bieten kann, warum dies eventuell die Unterrichtsqualität verbessert und sogar Zeiteinsparungen mit sich bringt. Dass es umso sinnstiftender für Kinder und Jugendliche ist, wenn Partizipation verbindlich in den Strukturen der Schule angelegt ist, liegt auf der Hand.

Im ersten Teil des vorliegenden Hefts gehen Charlotte Keuler und Anne Molitor auf die Bausteine eines partizipativen Unterrichts ein. Obwohl es kein „Patentrezept“ gebe, da die Gestaltung immer den „Wünschen und Bedürfnissen der Beteiligten“ folgt, lassen sich Feedback, Aufgabenstellung und Bewertungsprozesse als wichtige Elemente einer partizipativen Unterrichtskultur identifizieren. Wenn Lernende Verantwortung für ihr Lernen übernehmen, indem sie zum Beispiel zu Lehrenden für ihre Mitschüler*innen werden, erleichtert dies nicht nur die Motivation und das Verinnerlichen des Lernstoffes, sondern erhöht gleichzeitig auch die Bereitschaft, sich auf Neues einzulassen und gibt ihnen die Werkzeuge an die Hand, um sich die Welt selbstständig zu erschließen.

Dass der Prozess sehr früh beginnen kann und sollte, zeigt der Bericht über den Alltag einer Vorschule in Luxemburg-Stadt. Hier erleben Kinder ab ihrer Einschulung, dass sie mitentscheiden können, womit sie sich auseinandersetzen möchten und auf welche Art und Weise sie dies tun. Sie üben Aushandlungsprozesse, übernehmen Verantwortung für die Klasse und empfinden sich so als wichtiger Teil der Schulgemeinschaft.

Wie weit die gesetzlichen Möglichkeiten zur Mitbestimmung im Unterricht gehen, zeigt ein Übersichtsartikel zur Gesetzeslage in der Großregion.

Im zweiten Teil beschreiben Philipp Anton, Julia Frisch und Matthias Busch konkrete Methoden, wie man Kinder und Jugendliche in die Gestaltung und die Evaluation von Lernprozessen einbeziehen kann. Darüber hinaus stellen sie Material vor, das die Umsetzung erleichtert. Tipps zur weiterführenden Lektüre runden das Heft ab. Alle Artikel und Materialien stehen in Deutsch und Französisch auf www.mateneen.eu zum Download zur Verfügung.

Das Heft soll eine solide Ausgangsbasis bieten, um den eigenen Unterricht partizipativer zu gestalten, ohne sofort alles auf einmal „umkrempeln“ zu müssen. Die Voraussetzungen hierfür muss allerdings jede Lehrkraft selbst mitbringen: das Vertrauen, dass Kinder und Jugendliche fähig sind mitzubestimmen, sowie den Mut, sich auf ihre Meinung und ihre Ideen einzulassen.





Das Herausgeberteam

Die Heftreihe mateneen – Praxishefte Demokratische Schulkultur (Print- und Digitalfassung) wird in Kooperation herausgegeben von:

  • dem Ministère de l’Éducation nationale, de l’Enfance et de la Jeunesse
  • dem Zentrum fir politesch Bildung
  • der Universität Trier, Professur Didaktik der Gesellschaftswissenschaften
  • Autor*in(nen):

    Das Herausgeberteam (2019)

    Titel:

    Vorwort

    Erschienen in Ausgabe:

    3 / 2019 - Partizipation im Unterricht, S. 4.

    Stichwörter:
    Zitiervorschlag:
    Das Herausgeberteam (2019) : Vorwort, in: mateneen 3 / 2019 - Partizipation im Unterricht , S. 4. Online unter: https://mateneen.eu/wp-content/uploads/2019/08/mateneen_dt_03_2019_s_4.pdf