Glossar

Aktuelle Stunde

Die Aktuelle Stunde ist eine Methode, bei der Lernende eine aktuelle politische oder gesellschaftliche Problemfrage kontrovers diskutieren. Im Mittelpunkt steht nicht Wissenserwerb, sondern der Austausch von Argumenten und unterschiedlichen Meinungen zur Förderung politischer Urteilskompetenz.

Bildung, non-formale

Unter non-formaler Bildung wird beabsichtigtes, freiwilliges und selbstgesteuertes Lernen außerhalb klassischer Bildungsinstitutionen (formale Bildung), beispielsweise in Vereinen oder Jugendhäusern, verstanden, während informelle Bildung die beiläufige Selbstbildung in unmittelbaren Lebenszusammenhängen umfasst.

Demokratie als Herrschaftsform, Lebensform, Gesellschaftsform

Die von Gerhard Himmelmann ausgeführte Dreiteilung geht über die Dimension von Demokratie als Herrschaftsform, die beispielsweise das Rechtsstaatsprinzip fasst, hinaus. Neben der Dimension der Lebensform wird Demokratie als Gesellschaftsform beschrieben. Hier liegt unter anderem ein Fokus darauf, wie Demokratie in Form von Pluralismus in der Gesellschaft gestaltet und gefestigt ist

Demokratiekompetenz

Zur Demokratiekompetenz werden die Fähigkeiten zur Perspektivenübernahme und diskursiven Klärung von Konflikten, zur Bewertung gesellschaftlicher Problemlagen und zur Beteiligung an bürgerschaftlicher Selbstverwaltung, sozialen und politischen Initiativen und an öffentlicher Meinungsbildung gezählt.

Feedbackkultur

Der Begriff Feedbackkultur im partizipativen Unterricht beschreibt eine fest etablierte Struktur, in der sich die hieran Beteiligten Rückmeldungen geben und empfangen. Basierend auf den Rückmeldungen werden dann gemeinsam Entscheidungen getroffen und umgesetzt.

Ich-Botschaften

Mit Hilfe der vom US-amerikanischen Psychologen Thomas Gordon entwickelten Ich-Botschaft lässt sich Kritik nicht als Angriff auf den Gesprächspartner (Du-Botschaft), sondern als konfliktmildernde Selbstoffenbarung formulieren, in der der Sprecher seine Gefühle und Meinung ausdrückt (Gordon-Modell).

Lernen durch Lehren (LdL)

Pädagogisches Gesamtkonzept, das in den 1980ern vom französischen Didaktiker Jean-Pol Martin begründet wurde. Es bezeichnet eine Unterrichtsmethode, bei der Schüler*innen sich gegenseitig unterrichten und so gemeinsam Wissen konstruieren.

Pädagogik der Anerkennung

Im Kontext einer Pädagogik der Anerkennung wird betont, wie bedeutsam es ist, dass Menschen Anerkennung entgegengebracht wird. Dieses Erleben wirkt sich auf die Wahrnehmung der eigenen Person wie auch darauf aus, wie man sich selbst begegnet.

Partizipation

Unter Partizipation beispielsweise im Rahmen einer demokratischen Unterrichtskultur lässt sich eine Mitwirkung verstehen, die bewusst als demokratisches Handeln reflektiert werden sollte. Zu beachten ist dabei, inwieweit Partizipation strukturell verankert ist und damit in gewissem Maße Verbindlichkeiten schaffen kann.

Portfolio

In einem Portfolio stellt der Lernende für ihn relevante Lernprodukte zusammen. Auf diese Weise erfolgt eine Dokumentation beispielsweise der fachlichen Weiterentwicklung, die begleitend zum (Projekt-)Unterricht vorgenommen wird. Im Rahmen einer partizipativen Unterrichtskultur werden Zielsetzungen der Portfolioarbeit gemeinsam ausgehandelt.

Demokratiepädagogik

Demokratiepädagogik umfasst handlungs- und erfahrungsorientierte Konzepte zur Förderung demokratischer Kompetenzen, insbesondere durch die demokratische Gestaltung von Lernkultur, Schulleben und außerschulischen Lerngelegenheiten.

Dewey, John

John Dewey (1859-1952) gilt als Begründer handlungs- und projektorientierten Lernens („learning by doing“). In „Demokratie und Erziehung“ (1916) fordert er eine demokratische Gestaltung von Schule und Unterricht, in der Demokratie als gesellschaftliche Lebensform erfahren und erlernt werden könne.

Fokusgruppen

Fokusgruppen bestehen aus jeweils 6 bis 10 gezielt ausgewählten Expert*innen aus den einzelnen Statusgruppen, die in einem moderierten Gespräch die Ergebnisse der Potentialanalyse gemeinsam diskutieren, interpretieren und Ideen für die mögliche Schulentwicklung entwerfen. Die Vorschläge gehen in die Ausarbeitung des konkreten Schulentwicklungskonzepts ein.

Leitbild

In einem Leitbild oder Schulprogramm beschreibt die Schulgemeinschaft ihre pädagogischen Selbstverständnisse, Werte, Ziele und thematischen Schwerpunkte. Als Orientierungshilfe für die eigene Arbeit und für Außenstehende sollte auch das demokratiepädagogische Konzept mit seinen aufeinander abgestimmten Methoden und demokratischen Strukturen in Unterricht, Schulleben und Schulorganisation festgehalten werden.

Lewin, Kurt

Der Psychologe Kurt Lewin (1890-1947) unterscheidet zwischen einem demokratischen, autoritären und Laissez-faire-Erziehungsstil, wobei der erste die Entwicklung von Kindern zu Eigenverantwortung und Kreativität unterstütze, die anderen tendenziell zu Verunsicherung, Aggressivität und Frustration führten.

Plan de développement scolaire

Ziel ist es, dass jede Sekundarschule ihren eigenen Schulentwicklungsplan (Plan de développement scolaire, PDS) ausarbeitet und dessen Umsetzung selbst steuert. Der Prozess hat 2017 begonnen und ist auf drei Jahre angelegt. 2018 und 2019 soll jede Schule ihren Plan umsetzen, evaluieren und die Rückschlüsse in einen neuen Plan einfließen lassen, der ab dem Schuljahr 2020-2021 umgesetzt werden soll.