Artikel

Vorwort

Die fünfte Ausgabe der mateneen- Praxishefte Demokratische Schulkultur befasst sich mit verschiedenen Formen von Schülervertretungen. Schülervertretung ist überall in der Großregion gesetzlich verankert und somit die institutionelle Form der Beteiligung. Das Instrument bietet wie kein anderes die Möglichkeit für Kinder und Jugendliche, demokratische Beteiligung zu lernen und zu erleben. Trotzdem wird die Schülervertretung oft nicht wahrgenommen und gilt als Alibi-Partizipation. Dabei sind die Herausforderungen und Ansprüche einer funktionierenden Schülervertretung altbekannt. Wie Schülervertretung gelingen kann und was die Voraussetzungen sind, beschreibt Charlotte Keuler im ersten Artikel der vorliegenden Ausgabe. Sie geht dabei sowohl auf das Ziel – die Repräsentation von Schüler*innen – als auch auf den Prozess – was bedeutet Gremiumsarbeit und wie geht das – ein. Dabei fasst sie besonders die Rolle und Haltung der Erwachsenen ins Auge: Konfrontationen müssen ausgehalten und lernproduktiv gestaltet werden.

Der zweite Beitrag lässt junge Menschen zu Wort kommen, die in Luxemburg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland über Erfahrungen in der Schülervertretung berichten und dabei Chancen und Grenzen ihrer Arbeit schildern. Dass auch Grundschulkinder Projekte diskutieren, planen und umsetzen können, zeigt das Schülerparlament in Fentingen. Tom Ketter konnte sich vor Ort ein Bild davon machen.

Im Praxisteil werden viele Materialien vorgestellt, die die Arbeit mit Schülervertreter* innen erleichtern. Der Artikel von Fatima Amkouy nimmt dabei die Klassensprecher*innen in den Blick, Vanessa Reinsch beschreibt in einem ersten Artikel, wie man Wahlen vorbereiten und durchführen kann. Ihr zweiter Beitrag stellt zwei Methoden vor, wie man neue Schülervertreter*innen durch den Reflexionsprozess rund um Repräsentation und Rollenklärung führen kann, damit sie auf Augenhöhe mit Erwachsenen diskutieren und gemeinsam mit ihnen Schule gestalten können.

Der letzte Artikel von Christian Welniak und Svenja Hackethal zeigt schließlich, dass demokratische Teilhabe nicht nur indirekt, sondern auch ohne Repräsentation, also basisdemokratisch bewerkstelligt werden kann. Das Konzept der Just Community ist in der Großregion eher unbekannt, der Beitrag soll Sie ermuntern, neue Wege zu beschreiten.

Das Heft will dazu beitragen, das oftmals unterschätzte Potenzial von Schülervertretungen zu erkennen, und konkrete Hilfestellung bieten, eben dieses Potenzial auszuschöpfen: Schulen gehören allen Akteuren, allen voran den Kindern und Jugendlichen, die, wenn sie die Institution als gestaltbar empfinden, sich eher mit ihr identifizieren und letztendlich auch die Erfolgschancen ihrer Lernprozesse steigern.

Auf der Internetseite „mateneen.eu“ finden Sie zusätzlich zu den deutschen und französischen Versionen aller bereits erschienenen Hefte wie immer die frei verfügbaren Arbeitsblätter und Kopiervorlagen zu allen Praxisbeiträgen für den flexiblen Einsatz im Unterricht.

Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen und freuen uns auf Feedback, Reaktionen und Anregungen.





Das Herausgeberteam

Die Heftreihe mateneen – Praxishefte Demokratische Schulkultur (Print- und Digitalfassung) wird in Kooperation herausgegeben von:

  • dem Ministère de l’Éducation nationale, de l’Enfance et de la Jeunesse
  • dem Zentrum fir politesch Bildung
  • der Universität Trier, Professur Didaktik der Gesellschaftswissenschaften
  • Autor*in(nen):

    Das Herausgeberteam (2020)

    Titel:

    Vorwort

    Erschienen in Ausgabe:

    05 / 2020 - Schülervertretung, S. 4.

    Stichwörter:
    Zitiervorschlag:
    Das Herausgeberteam (2020) : Vorwort, in: mateneen 05 / 2020 - Schülervertretung , S. 4. Online unter: https://seafile.rlp.net/f/57bfdc0510514d288417/?dl=1